Nominierungen 09Kunst oder Kitsch, Klumpert oder Sammlerstück? Der Kitsch-Award 2009 geht in die Endrunde, die Jury hat die besten Objekte gekürt.
Wenn am 29. Jänner 2010 im Kunsthaus Weiz die Sieger des diesjährigen Kitsch-Awards präsentiert werden, bekommt der Kitsch der Steirer eine Bühne. Wir präsentieren Ihnen schon jetzt, nachdem die Jury getagt und ihr Urteil gefällt hat, die Favoriten auf den Titel in fünf Kategorien (Kunst-, Design-, Lieblings-Kitsch und Homevideo).
Die Sieger der Public-Kitsch - Kategorie können sie -> hier sehen.
beSITZobjekte von Beatrix Sommweber-Rath

Schöne Idee der "Bekitschung" von Alltagsgegenständen, Aufwertung und Recycling von Zweckmöbeln. Gelungenes Spiel mit Themen aus der Welt des Kitsches, Transport von Emotion und Gefühl
steirisch-asiatisches Ansichtskartenhaus von Eva Kleemair

Spiel mit Klischees, Kitschmotive auf Postkarten, die kleinteilig einen Altar des Kitsches darstellen. Heimatbegriffe vermischen sich mit asiatischer Ästhetik. Durch die zusätzliche Funktion als Schmuckschatulle ist die Einreichung ein "must have" und verleiht zusätzlich das Attribut "kitschig"
Knicker-Poker von Hannes Rossbacher

Professioneller und spielerischer Einsatz von Kitschmotiven, die das Sinnliche und Verspielte am Kitsch darstellen; die Lust am Spielen als wichtiges Moment im Kitsch
Dagmar Roiser mit "Elfi B."

Diese Einreichung ist eine spannende Gratwanderung einerseits zwischen Morbidität, die gezielt mit Kitsch gebrochen wird, und andererseits die Verkitschung von Figuren, die mythologisiert wurden wie z.B. Elvis Presey, Che Guevara, etc. Der künstlerisch überhöhte Bruch der tiefschichtigen Semantik gegenüber der oberflächlichen Ästhetik führt zu einem interessanten Spannungsbogen zwischen Morbidität und Kitsch
"Darvins geheime Sammlung" von Emil Gruber

Ein internationalisierter Standard zur Gegenüberstellung und Vergleichbarkeit von Kitsch wie hier vorliegt ist einerseits wissenschaftlich motiviert, andererseits durch die unleugbare Subjektivität ein höchst künstlerischer Ansatz. Die Kitschaward-Jury begrüßt diese Einreichung als lobenswerten Versuch einer Kategorisierung von Reisesouvenir-Kitsch, aus dem durchaus ein aussagekräftiger Kitsch-Korpus entstehen kann
Michaela Grabners Fotoserie (Adieu, süße Candy; Komm leg dein Herz in meine Hand; Flieg nicht zu hoch

Ein fotografisch-künstlerischer Zugang inspiriert von Textzeilen aus kitschigen Evergreens und Kinderliedern. Die Liedertexte geben sehr klar kitschige Gefühlsmomente wieder. Die fotografierten Arrangements mit Liebe zum Detail spiegeln diese Emotionen künstlerisch verarbeitet wider. Die Assotiationsketten zwischen Text und Bild geben Freiraum für eigene Interpretationen
Anna Mayer : Teeservice

Der alltagstaugliche Kitschklassiker für jedermann in wunderschöner Meeresstrandästhetik
3D - Ansichtskarte von Gerrit Hauswirth

Herzallerliebstes Postkartensujet in leichtem rosa und unverfänglichem Inhalt
Walter Bradlers "radelnder Kugelfisch"

Stellvertretend für die vielen scheinbar "unnützen" Gegenstände, die unser Leben doch so bereichern und mit emotion aufladen
"Jodelnde Trachtenbären" : Claudia Stelzer

Die Trachtenbärchen als Synonym einer Tourismusverkitschung im besten Sinne, arrangiert zu einer tragbaren Installation und akustisch verdichtet zu einer jodelnden Hymne an den Kitsch! Sinnliches Spiel mit Klischees an der Oberfläche
"Rikscha" von Walter Bradler

Gestellte Gefühle im wirrwarr eines "hin und her" suggerieren Sommerfrische, Asiaflair und Urlaubsstimmung
Markus Plasencia, Gasthaus "Zum Laserkeks" - Derheim im steirischen Salzkammergut

Herzzerreißende und liebliche Geschichten in Super 8 Ästhetik, die die Bindung an die kulturelle Verfaßtheit einer österreichischen Mentalität aufzeigen. Spannung eines verkitschten Blickes in die kollektive Vergangenheitserinnerung und textueller Bruch, der sich damit auseinandersetzt und in Frage stellt
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